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Reifenlexikon

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ABE

ABE ist die Abkürzung für Allgemeine Betriebserlaubnis und gilt für ein Fahrzeugmodell oder ein Zubehörteil. Verwendet man nicht freigegebene Räder oder Reifen, erlischt die Betriebserlaubnis. Einschließlich Fahrzeugzulassung und Versicherungsschutz!


Abrieb

Der Abrieb eines Reifens verrät viel über seine Abnutzung und liefert dem Fachmann oft wertvolle Hinweise auf nicht optimale Einstellungen oder eventuelle Schäden am Fahrwerk (Achsgeometrie, Stoßdämpferdefekt etc.).


Abrollumfang

Damit bezeichnet man die von einem Punkt der Lauffläche zurückgelegte Strecke bei einer Radumdrehung. Der Abrollumfang ist abhängig vom Reifendurchmesser, er hat Einfluss auf die Getriebeübersetzung sowie den Tachoantrieb. Ausgehend vom Serienreifen hat ein Pneu mit kleinerem Abrollumfang eine Tendenz zu kürzerer Übersetzung. Die Beschleunigung wird günstig beeinflusst, bei Topgeschwindigkeit aber könnte der Drehzahlmesser im roten Bereich stehen. Akzeptabel sind Toleranzen von plus 1,5 % und minus 2,5 %. Bei größeren Abweichungen muss zumindest eine Korrektur der Tachoanzeige erfolgen.


Achsposition

Diese Position zeigt dem Fachmann, wo genau ein Reifen eingesetzt wurde. Das ist wichtig, denn ein Reifen muss auf der Lenkachse ganz andere Kräfte übertragen als auf der Antriebsachse. Dabei ist natürlich auch die Antriebsart zu berücksichtigen. Unabhängig von der Antriebsart gilt: Die besseren Reifen gehören auf die Hinterachse.


Alterung

Unterschiedliche Faktoren können den Alterungsprozess von Reifen maßgeblich beeinflussen: wie die Temperatur, Feuchtigkeit und UV-Strahlung, etc. Um einen Leistungsabfall zu verhindern, werden der Gummimischung Substanzen zugegeben, die den Alterungsprozess verlangsamen. Jedoch sollte man die alten Reifen nach zehn Jahren durch neue ersetzen.


Anforderungsprofile

An jeden Reifen werden bestimmte Anforderungen gestellt. So hat jeder Reifen die Tragfähigkeit des Fahrzeuggewichtes sicherzustellen. Außerdem muss er möglichst hohe Antriebskräfte, Bremskräfte und Seitenkräfte übertragen - auf unterschiedlich beschaffener Fahrbahn. Weitere Anforderungen:

  • Hochgeschwindigkeitsfestigkeit
  • Robustheit
  • Abriebfestigkeit
  • niedriger Rollwiderstand
  • geringe Geräuschentwicklung
  • Federungseigenschaften
  • gutmütiges Fahrverhalten
  • Alterungsbeständigkeit

Anhalteweg  (Bremsweg)

Der Reaktionsweg und der eigentliche Bremsweg, auf dem die Geschwindigkeit abgebaut wird, summieren sich zum sogenannten Anhalteweg. Je nach Reaktionsvermögen des Fahrers und der Qualität der Bremsung kann der tatsächliche Anhalteweg stark variieren. Möchte man den Anhalteweg berechnen, errechnet man zunächst den Reaktionsweg mit einer Faustformel und addiert zu dieser Strecke den Bremsweg. Bewegt sich ein Fahrzeug also mit 100 km/h, beträgt der komplette Anhalteweg 130m, denn: Reaktionsweg 30m + Bremsweg 100m = 130m Anhalteweg.

Anhalteweg auf trockener Straße aus
bei einer Reaktionszeit von 0,3 s
bei einer Reaktionszeit von 1,7 s

50 km/h | 17,93 m | 37,38 m
70 km/h | 30,02 m | 57,24 m
100 km/h | 53,41 m | 92,30 m
130 km/h | 83,11 m | 133,66 m

(Bremsansprechzeit: 0,36 s)


Antiblockiersystem ABS

ABS ist ein Bremssystem, das ermöglicht, dass die Räder bei vollem Bremsdruck gerade im günstigen Schlupfbereich (10-30%) der maximalen Haftreibung gehalten werden können. Um dies zu erreichen, regeln mehrere Tausend Steuerimpulse den Bremsdruck und sorgen dafür, dass die Räder nicht blockieren.

Vorteile:

  • kürzere Bremswege als mit einer Stotterbremsung
  • Erhalt der Lenkbarkeit (nur drehende Räder können Seitenkräfte aufbauen)
  • Möglichkeit einem Hindernis auszuweichen
  • Bremsen in der Kurve möglich
  • stabiles Bremsverhalten auf unterschiedlichen Untergründen

Kurze Bremswege lassen sich im Ernstfall aber nur erreichen, wenn voller Bremsdruck durch einen gnadenlosen Schlag aufs Bremspedal erreicht wird. ABS kann aber keine zu geringen Sicherheitsabstände ersetzen und Unvernunft bleibt auch mit ABS gefährlich.


Antriebsschlupf-Regelung ASR

Mit der Antriebsschlupf-Regelung (ASR) eines Fahrzeugs wird verhindert dass die Räder auf glatten oder unebenen Untergründen durchdrehen. Mittels elektronischer Sensoren wird die Kraftübertragung auf die Antriebsachse so dosiert, dass die Reifen beim Beschleunigen ruhig und zuverlässig greifen.


Aquaplaning

Aufschwimmeffekt, wenn die Menge des auf der Straße stehenden Wassers nicht mehr von den Drainagerillen des Reifens kanalisiert werden kann.


Aufstandsfläche

Der Bereich, mit dem der Reifen den Untergrund berührt.


Auswuchten

Darunter versteht man das Ausgleichen von statischen oder dynamischen Unwuchten am Rad-Reifen-System, die durch ungleiche Massenverteilung verursacht werden und Vibrationen hervorrufen.  Der Ausgleich der Unwucht erfolgt über das Anbringen von Gewichten an der Felge. Dadurch wird der Rundlauf des Rades gewährleistet.


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